Begehbarer Schrankraum

Planung, Maße, Mindestfläche

Ab wie viel Quadratmetern funktioniert ein begehbarer Schrankraum? Die kurze Antwort: ab etwa vier. Die ehrliche Antwort ist länger, denn zwischen „funktioniert“ und „macht jeden Morgen Freude“ liegen ein paar Zentimeter, die man kennen sollte, bevor die Wände stehen.

In diesem Beitrag finden Sie alle Maße, die für die Planung zählen: Mindestflächen, Durchgangsbreiten, Schranktiefen und Höhenzonen. Dazu die vier Grundriss-Varianten und die zwei Faktoren, die in fast jeder Eigenplanung vergessen werden.

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Die Rechnung hinter der Mindestfläche

Ein begehbarer Schrankraum besteht aus zwei Zonen: Stauraum und Bewegungsraum. Die Schranktiefe liegt bei 60 Zentimetern, wenn Kleidung hängen soll. Ein Kleiderbügel misst rund 55 Zentimeter, darunter geht es nicht. Dazu kommt der Durchgang: 80 Zentimeter sind das absolute Minimum, ab 100 wird es angenehm, ab 120 können zwei Personen aneinander vorbei.

Daraus ergibt sich alles Weitere:

  • Einzeilige Anlage: 60 cm Schrank plus 80 cm Durchgang. Funktioniert ab einer Raumtiefe von 1,40 Metern und einer Fläche von rund 4 m².
  • Zweizeilige Anlage: Zweimal 60 cm Schrank plus mindestens 80 cm dazwischen. Braucht 2,00 bis 2,20 Meter Raumbreite und ab etwa 6 m² Fläche.
  • Komfortzone: 8 bis 10 m² erlauben U-Form, Sitzgelegenheit und großzügige Durchgänge.
  • Ankleidezimmer: Ab 10 bis 12 m² wird aus dem Schrankraum ein eigener Raum mit Mittelinsel, Spiegel und Ankleidebereich.

Vier Grundrisse, vier Charaktere

Einzeilig

Die schlankeste Lösung, ideal für abgetrennte Bereiche hinter dem Bett oder schmale Durchgangsräume. Alle Fronten auf einer Seite, maximale Übersicht auf minimaler Fläche.

Zweizeilig (parallel)

Der Klassiker für schlauchförmige Räume. Doppelte Kapazität, klare Trennung möglich, etwa eine Seite pro Person. Der Durchgang in der Mitte ist die einzige kritische Größe.

L-Form

Nutzt eine Ecke und passt in fast jeden Grundriss. Wichtig ist eine durchdachte Ecklösung, sonst entsteht dort toter Stauraum. Schwenkbeschläge oder ein offenes Eckregal lösen das.

U-Form

Die maximale Ausnutzung bei quadratischen Räumen ab etwa 8 m². Drei Wände Stauraum, in der Mitte Platz zum Ankleiden. Bei ausreichend Fläche ergänzt eine Insel mit Schubladen für Accessoires und Schmuck.

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Höhenzonen: So teilen Sie die Wand richtig ein

Die Wand eines Schrankraums hat drei Zonen. Unten und oben wird gelagert, in der Mitte wird gegriffen.

  • Doppelt gehängte Kurzware: Hemden, Blusen und Sakkos brauchen 100 bis 110 cm Höhe je Ebene. Zwei Stangen übereinander verdoppeln die Kapazität auf gleicher Fläche.
  • Langware: Kleider und Mäntel benötigen 140 bis 160 cm freie Hängehöhe. Planen Sie dafür ein eigenes Segment, nicht die halbe Anlage.
  • Fachböden: 30 bis 40 cm Abstand für gefaltete Kleidung. Höher gestapelt kippt es.
  • Schubladen: Zwischen 30 und 110 cm Höhe montieren, dort lässt sich hineinsehen. Ideal für Wäsche, Gürtel und Accessoires, gern mit Glasfront.
  • Oberste Ablage: Ab 220 cm beginnt das Depot für Koffer und Saisonware.

Und die Tiefe? 60 cm gelten nur für Hängendes. Regale für Schuhe, Taschen und gefaltete Kleidung kommen mit 40 bis 45 cm aus. Wer beide Tiefen kombiniert, gewinnt in kleinen Räumen wertvolle Durchgangsbreite.

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Licht und Luft: Die zwei unterschätzten Faktoren

Ein Schrankraum ohne Lichtplanung ist eine dunkle Kammer. Setzen Sie auf neutralweißes LED-Licht um 4000 Kelvin, denn nur dabei erkennen Sie Farben so, wie sie draußen wirken. Ein dunkelblaues und ein schwarzes Sakko unterscheiden sich unter warmweißem Licht praktisch nicht. Beleuchtete Kleiderstangen und Sensorschalter, die beim Betreten reagieren, sind keine Spielerei, sondern täglicher Komfort.

Der zweite Punkt: Belüftung. Viele Schrankräume liegen innen, ohne Fenster. Kleidung gibt Restfeuchte ab, und stehende Luft wird muffig. Lüftungsgitter in der Tür, ein kleiner Abluftventilator oder offene Sockelzonen halten die Luft in Bewegung. Grenzt der Raum an eine kalte Außenwand, planen wir zwischen Möbel und Wand einen Hinterlüftungsabstand ein. Das verhindert Kondensat und schützt Wand und Garderobe.

Offen, geschlossen oder Glas?

Offene Systeme zeigen alles auf einen Blick und wirken großzügig. Dafür liegt Staub auf allem, was länger hängt. Geschlossene Fronten schützen, verlangen aber Ordnungsdisziplin hinter der Tür. Der Mittelweg sind Glastüren, klar oder satiniert: Übersicht wie offen, Schutz wie geschlossen.

In der Praxis kombinieren wir meist alle drei, offen für die tägliche Garderobe, geschlossen für Wäsche, Glas für alles, was man gerne sieht.

Vom Grundriss zum fertigen Schrankraum

Bei B&B Design entsteht jeder Schrankraum nach Maß. Das beginnt mit einer genauen Aufnahme vor Ort, denn Dachschrägen, Nischen und Installationsschächte sind keine Hindernisse, sondern Stauraum, den Möbel von der Stange verschenken. Danach planen wir Ihren Schrankraum in 3D, mit allen Höhenzonen, der Beleuchtung und ausgearbeiteten Plänen. Beispiele unserer Arbeit finden Sie unter Schrankraum & Co.

Vereinbaren Sie einfach einen Termin: Kontakt zu B&B Design.

Häufige Fragen zum begehbaren Schrankraum

Einzeilig funktioniert er ab rund 4 m² und 1,40 Metern Raumtiefe. Für eine zweizeilige Anlage sollten es mindestens 6 m² und 2 Meter Raumbreite sein.

60 cm für hängende Kleidung, 40 bis 45 cm reichen für Regale, Schuhe und gefaltete Ware. Die Kombination beider Tiefen spart Platz.

Nein, aber er braucht Luftaustausch. Lüftungsgitter, offene Sockelzonen oder ein kleiner Ventilator verhindern stehende, muffige Luft in innenliegenden Räumen.

Das hängt von Größe, Innenausstattung und Fronten ab und lässt sich seriös erst nach der Maßaufnahme sagen. Das Erstgespräch bei B&B Design ist gratis, die 3D-Planung wird bei Auftrag gutgeschrieben.

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